Günther, U.; Kleemann, T.
Die Entwicklung von Behandlungspfaden oder „Clinical Pathways“ fristet in den meisten deutschen Krankenhäusern noch ein Schattendasein. Zwar wird deren Bedeutung und
Notwendigkeit sowohl aus Wirtschaftlichkeits-, als auch aus Qualitätsgesichtspunkten mittlerweile auf den Führungsebenen anerkannt, dennoch bleibt die Umsetzung oft hinter den Erwartungen zurück.
Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Zu massiv ist die Befürchtung des behandelnden Personals, in ihrer Tätigkeit eingeschränkt zu werden und somit den individuellen Behandlungsbedürfnissen der Patienten nicht mehr nachkommen zu können. Zu groß ist die Sorge, transparent zu werden. Zu stark sind die Berührungsängste vor der bereichsübergreifenden interprofessionellen und interdisziplinären Zusammenarbeit.
Zu gewaltig ist der personelle Ressourcenverbrauch, den es zu aktivieren gilt.
In: Jahrbuch der Gesundheitswirtschaft 2008, Wegweiser Verlag, 12/2007